Gedichte aus Poesie maritim Teil I

 

 

Abends an der Warnow

Einen Fuß breit fern vom Wasser

stehen wir hier auf dem Kai.

Und der Wind weht um die Nasen

Und wir fühlen uns so frei!

 

Und die milde, sanfte Briese

ist so schwach und doch so frisch!

Als stünden alle schönen Düfte

des Flusses heut auf seinem Tisch.

 

Dieser Hauch ist so betörend.

Er riecht nach Sehnsucht, Liebe, Meer,

nach Fischernetzen und nach Kerzen.

Und nichts was Last war, ist noch schwer…

 

Die Möwen kreisen um die Schiffe

Und äugen auf die Lichterketten.

Und zeternd rufen sie einander

als wenn sie was gefunden hätten.

 

Und wir beneiden ihre Flüge.

Wie gerne sähen wir von oben.

Wie wär es wohl auf einer Boje,

wenn ringsherum die Wellen toben?

 

Es naht das Tuckern eines Kutters.

Und der Fischer winkt von Bord.

Und der Fluss er rauscht begeistert.

Man versteht sich – ohne Wort…

 

 

 

 

 

Windflüchter

Komm her und berühr mich!

Zerzause mein Haar!

So wie du es immer tust

und das Jahr für Jahr...

 

Ergreif meinen Körper,

die Krone, den Stamm.

Mach aus mir eine Schönheit!

Sei mein Fön, sei mein Kamm.

 

Sei stürmisch und pack mich!

Und mach mich ganz kahl.

Es wird wieder wachsen.

Es ist mir egal!

 

Streife kurz meine Lippen.

Es weißt nur du wo sie sind!

Und wenn die Wipfel so wippen

bin ich eins mit Dir, Wind!

 

 

Gedichte aus Früchtetee Teil I

  

Zum Valentinstag

 Denk ich an Dich, ist es Dein Lachen,

dies schelmische, die Augen auch,

die großen, runden dunkelblauen

und der kleine, runde, tiefe

Nabel in dem warmen Bauch.

 

 

Denk ich an Dich, sind’s Deine Lippen

Und die flinke, freche Zunge.

Ich denke gern an Deine Küsse,

diese mit der Zungenspitze

Die, wo der Atem stehen bleibt

Als traut er sich nicht aus der Lunge.

 

Denk ich an Dich, dann sind’s die Haare

Und Dein müder, brauner Nacken,

der Rücken über den ich fahre

mit den Händen bis zum Hacken.

 

Und das, was in der Mitte liegend

Natürlich stehend glücklich macht

Und an die beiden strammen Freunde

Hab ich auch dabei gedacht.

 

Denk ich an Dich, muss ich mich zwingen

Schnellstens damit aufzuhör’n.

Denn meistens kommen die Gedanken

ganz ungeplant und unverhofft.

Was ich damit sagen will:

Ich find, sie kommen ganz schön oft...